Rohköstlich über die Alpen – Der Traumpfad!

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Meine „Rohkostreise“ begann mit der spektakulären Wanderung von München nach Venedig (22 000 Höhenmeter). Ich wollte mir bei Youtube Videos über einzelne Etappen anschauen, um mir eine Vorstellung von dem „Traumpfad“ machen zu können. Dabei bin ich auf Sebastian und Andreas (Sebastians Homepage: Geist-und-Körper.de) gestoßen, die diese Wanderung rohköstlich angegangen sind (Leider wurden sie eingeschneit und konnten schon bald nicht weiter laufen). Auf ihrem Kanal erklären sie, was sie so auf dem Weg aßen. Ich war völlig begeistert, denn ich hatte noch nie etwas von dieser Ernährungsform gehört und dachte mir sofort: super, dann muss ich ja gar nicht meinen Kocher mitschleppen, das spart Gewicht!!

Sofort laß ich mich in die Rohkost-Materie ein und war einfach nur begeistert. Nach dem ich mal wieder starke Menstruationsbeschwerden hatte, war klar: jetzt starte ich mit der Rohkost und schaue, wie´s mir damit geht und teste gleichzeitig aus, ob das für mich in Frage kommt. Nach ein paar Tagen Entgiftungserscheinungen, ging es mir damit super und ich war völlig begeistert. Es war also geritzt, dass ich in wenigen Wochen rohköstlich über die Alpen wandern wollte.IMG_9791

Ich bestellte mir allerlei Rohkostpulver für meine Reise und überlegte mir, wie ich es machen könnte.

Meine Hauptzutaten und Basis meiner Gerichte sollten entweder Chiasamen oder Leinsamen sein. Diese ließen sich gut verstauen und gewinnen durchs aufquellen an Masse. Außerdem sind sie geschmacksneutral und lassen sich mit sämtlichen anderen Dingen verfeinern und würzen, so dass es nicht zu schnell langweilig werden würde. Ich hatte also eine Dose, mit allerlei Gewürzen und unterschiedlichen Geschmacksnoten dabei. Gewappnet mit einer Wildkräuter-Bibel pflückte ich mir auf dem Weg alles Grüne was ich fand und viele leckere Walderdbeeren und Brombeeren -an denen die meisten aus Angst vor dem Fuchsbandwurm vorbei gingen.

IMG_9698Ein besonderes Highlight wurde Baobab-Pulver für mich, denn ich bemerkte schnell, dass sich dieses einfach nur mit Wasser vermischt wunderbar als Salatdressing verwenden lässt. Es ist auch heute noch mein absolutes Lieblingspulver. So konnte ich mir, wenn ich nicht zu weit im Gebirge war, meinen Salat pflücken und mit Baobabpulver und Gewürzen anmachen.

Durch den starken Elektrolyte-Verbrauch, bei einer so anstrengenden Wanderung, hatte ich schnell keinen Bedarf mehr an süßen Dingen. Ich brauchte zunehmend mehr Salz in meinem Essen und aß schon nach kurzer Zeit zum Frühstück Leinsamen, mit Blättern, Gewürzen und ganz wichtig einem Misowürfel/ oder Gemüsebrühe.

IMG_0167Immer wieder stieß ich auf Leute, die es nicht fassen konnten, dass ich nicht mal etwas „ordentliches“ aß. Sicherlich hätte ich mich als Rohköstlerin auch besser/vielfältiger versorgen können, aber eben nicht auf 3000 Höhenmetern. Es hatte schon einen etwas selbstversorgerischen Charakter und das liebe ich persönlich. Außerdem gibt es in den Berghütten auch oft nur eine beschränkte Auswahl an Gerichten – meist nicht vegan. Manchmal wurde mir doch  -ich war ja noch neu in der Rohkostszene- eingeredet, ich bräuchte doch richtige Kohlenhydrate, dass verunsicherte mich das ein oder andere mal und ich ging meiner Unsicherheit nach. Wenn ich dann mal ein bisschen Brot abbekam, merkte ich sofort, dass es sich wie ein riesiger Teigklumpen in meinem Magen anfühlte.. kein schönes Gefühl, auf das ich gerne verzichtete!  Auch aß ich etwas veganes (wenn es dann mal was gab, oder sie so flexibel waren), hatte aber prompt den Tag danach eine permanent triefende Nase, geschwollene Augen, verstopfte Nebenhöhlen oder Kopfschmerzen. Da war mir doch mein persönliches Essen viel lieber, vor allem war ich nicht auf Hütten angewiesen, sondern konnte mir jederzeit einfach mein Essen anrühren. Die ganze Wanderung ging 3 Wochen. 3 Wochen Leinsamen oder Chiasamen essen klappt nicht, es wird einem irgendwann zu blöd, nach knapp 2 Wochen konnte ich das essen auch nur noch bedingt sehen. Außerdem war es eine sehr sportliche Veranstaltung, so dass ich, eher zierlich gebaut, auch an Gewicht verlor.  3 Wochen später in Venedig hätte ich mich durch jedes Restaurant essen können, ich war weiterhin fit und gesund, aber meine Reserven wollten dennoch aufgefüllt werden und mein Verlangen nach Essen war riesig!

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Die erste rohköstliche Erfahrung mit einer Fernwanderung konnte ich als erfolgreich und unglaublich spannend verbuchen, es macht unglaublich süchtig mehrere Tage unterwegs zu sein, mit allem was man braucht ohne jegliche Zivilisation. Es versetzt einen in einen Rausch und Höhenflug und ab und an auch in Krisen und der Frage im Kopf:“ Warum zum Teufel mache ich das hier alles?“. Steht man allerdings auf einem Gipfel und erlebt die spektakulären Szenerien oder erreicht man die Tagesetappe, mit dem Fernwanderspirit aller anderen Wanderer bei einem gemütlichen Beisammensein, dann weiß man wofür man sich die Strapazen antut 🙂

Das allergrößte Highlight der Reise war, dass ich doch tatsächlich zufällig auf der Wanderung von Sebastian angesprochen wurde, meinem „Youtube-Rohkostpapst“, durch den ich zur Rohkost kam und wegen ihm ich die Wanderung machte. Er wohnt auf der Strecke in der Nähe und fuhr per Zufall gerade mit dem Fahrrad an mir vorbei..- und nicht nur das: er war der Erste, der erkannte, dass ich nach Venedig unterwegs war, weshalb er mich auch ansprach 🙂 und dass, obwohl ich nur unweit von München entfernt war. Ein unvergesslicher Moment..

Wenn ihr genauere Details über die Reise wissen wollt, lasst es mich wissen. Dann gebe ich gerne nähere Informationen.

Alles blumige,

Flora

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2 Kommentare

    • Hallo Peggy, oh wie wunderbar. Am liebsten würde ich als nächstes durch Kirgisistan wandern. Das muss ein Traum sein. Ich suche auch noch jemanden, der mitkommt 🙂
      Herzliche Grüße
      Flora

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