Rohkostumstellung: Meine Entgiftungserscheinungen..

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Als ich vor zwei Jahren meine Ernährung auf Rohkost umstellte, hing ich lustigerweise auch an dem Gedanken: oh je, hoffentlich bekomme ich alle Nährstoffe die ich brauche.. schon verrückt. Besonders, als ich mich am ersten Tag sehr schwach fühlte und ich mich bei dem nervösen Gedanken ertappte, ich sollte lieber mal schnell einen Dinkelkeks essen, um etwas „richtiges“ zwischen die Zähne zu bekommen (und um nicht zu verhungern??!). Diesen Gedanken fand ich so verzerrt und offensichtlich aus automatisierten/unreflektierten Glaubenssätzen herrührend, dass es gleichzeitig ein erhellender Moment für mich wurde, der mir klar machte – alles Gemüse und Obst ist viel gesünder und besser als industriell hergestelltes Essen und mag es noch so „Öko“ sein. Also hielt ich weiter meiner Entgiftungsphase Stand. Da ich gerne alles gebe wenn mich etwas reizt oder ich wissen will, wie es wirkt, machte ich einen Kahlschlag und begann von 0 auf 100 mit der Rohkost – ich wusste es auch einfach nicht besser und war zu begeistert von der Idee des natürlichen Lifestyles. Ich war zu diesem Zeitpunkt zwar schon sehr lange vegan, allerdings war ich eine richtige Klischee-Nudel-Veganerin, die gut und gerne auf Obst und Gemüse verzichten konnte. Salat liebte ich, aber nur bei meinen Eltern. Ich selbst hätte bei mir zu hause am liebsten drei mal am Tag Dinkel-Nudeln gegessen und das Tag ein, Tag aus. Gemüse war zwar mit dabei, aber nicht sonderlich viel. Ja, es gibt durchaus ungesunde Veganer :).. Sicherlich war ich mit meiner Bewusstheit  für Bio, kein Industriezucker, kein Weizen, wenig Salz, guten Ölen, schon aufgeklärter als manch anderer – aber dennoch ein klarer Fall von Vitaminmangel und Überschuss an ungesunden Kohlenhydraten.

Meine Entgiftungserscheinungen waren folgende:

  • Ich bekam grippeartige Symptome, ich fühlte mich schwach und hatte sehr starke Halsschmerzen.
  • Die nächsten Tage kam immer wieder eine Flüssigkeit aus meinen Ohren gelaufen – ich fand´s lustig und interessant, denn ich habe eher schlechte Ohren und erhoffte mir dadurch eine Besserung und eine Entgiftung der Ohren. Ich höre nicht wirklich besser, aber es wurde eben alles durchgefegt. Warum auch nicht!
  • Ich hatte starke Kopfschmerzen, ich denke der Schleim der Nebenhöhlen wurde beseitigt.
  • Sehr interessant waren meine heißen Füße und Unterschenkel. Es fühlte sich an, als hätten sie Fieber und mein Körper wollte offensichtlich etwas darüber ausschwitzen. Erst später habe ich erfahren, dass der Körper viel über die Füße entgiftet und dafür z.B. die Solebäder auch super sind. Ich hatte das Bedürfnis sie warm einzupacken und hochzulegen. Es war nicht sehr angenehm, denn sie glühten innerlich.

Und dann, vielleicht 1-2 Wochen später, waren die „Nebenwirkungen“ vorbei..und die positiven Veränderungen stellten sich ein. Es hatte sich also gelohnt 🙂

Die nächsten Monate wurde ich immer wieder mit Bedenken aus der Familie oder dem Freundeskreis konfrontiert. Sie machten sich ernsthaft Sorgen um mich und fragten, wann ich denn wieder „normal“ essen würde?

Es ist so schön, wie sich seit den letzten 2 Jahren das Bewusstsein für die Rohkost verändert hat. Die Szene boomt und viele Menschen haben mittlerweile zumindest schon von ihr gehört. Natürlich spielt der „berühmte“ grüne Smoothie hier eine große Rolle, der ja Einzug in sämtliche Küchen hält- somit stoße ich mittlerweile auf viel mehr Verständnis, keine Kommentare, denn vielen ist klar, dass sie eigentlich auch mehr Obst und Gemüse essen sollten.. Auch das Einkaufen der spezielleren Zutaten ist mittlerweile nicht mehr nur auf´s Internet beschränkt und somit sichtbar für viele und auch alltäglicher in sämtlichen Küchen -z.B. Chiasamen, Weizengraspulver, etc.. Es gibt also keinen einfacheren Zeitpunkt zum Umstellen, als diese Zeiten..

Eine Weitere Umstellung war natürlich die der Herstellung des Essens in der Küche. Ich kochte immer sehr gerne und es ging mir einfach von der Hand. Ich hatte ein Gefühl dafür was miteinander harmoniert und hatte Spaß daran neue Dinge auszuprobieren. Rohkostzubereitung allerdings war für mich wie eine neue Wissenschaft und es passte vieles erst einmal gar nicht zusammen, was ich kreierte. Es dauerte also ein paar Wochen, bis ich ein Gefühl dafür bekam, was in welchen Kombinationen schmecken könnte.. Also: nicht abschrecken lassen, wenn man sich auf einmal blöd vorkommt in der Küche. Sich einfach die ersten Wochen eher an Rezepten orientieren, denn das experimentieren kommt dann ganz von alleine.

Was hattest du für körperliche oder emotionale Nebenwirkungen bei deiner Ernährungsumstellung? Ging es auch so schnell und relativ Schmerzlos? Wie reagieren deine Familie und Freunde darauf?

Alles liebe

Flora

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